Es gab eine Zeit in meinem Leben, als ich plötzlich aufwachte und alles in Frage stellte. Mich, das Leben, einfach alles. Die Welt um mich herum schien stillzustehen. Ich habe irgendwie funktioniert, aber nichts mehr gefühlt. Es war, als wäre ich innerlich tot. Ich wusste schon damals, dass das was ich erlebe sich ähnlich anfühlt wie eine Depression, aber keine ist. Es ist ein intensiver Prozess der Transformation "Die dunkle Nacht der Seele".
In diesem Artikel teile ich meine ganz persönliche Reise durch diese Zeit. Nicht, um zu jammern, sondern um Dir Mut zu machen. Denn wenn Du Dich gerade selbst in einer solchen Krise befindest möchte ich Dir sagen:
Du bist nicht allein. Und es gibt einen Weg hinaus.
Was ist die dunkle Nacht der Seele?
Der Begriff stammt vom spanischen Mystiker Johannes vom Kreuz, der nach seiner Gefangenschaft beschrieb, wie er durch völlige innere Leere und Verzweiflung hindurch eine tiefe göttliche Verbindung erfuhr. Er schrieb in verschiedenen Manuskripten über seine ganz eigene Reise durch die dunkle Nacht der Seele.
Später griff Carl Gustav Jung das Bild auf: Für ihn ist die dunkle Nacht der Seele eine unvermeidliche Etappe auf dem Weg zur Individuation (der Werdegang eines Individuums). Es ist ein Prozess, bei dem das Individuum wirklich zu sich selbst findet.
In der modernen Spiritualität versteht man darunter eine Phase, in der alles, was uns bisher Halt gab, zusammenbricht: Sinnfragen, Beziehungen, berufliche Identität, alte Glaubenssätze. Es fühlt sich an, als würde man sterben – und genau das ist der Punkt: Das alte Selbst stirbt, damit etwas Neues geboren werden kann.
Aus meiner Erfahrung mit Depressionen als junge Frau und meinen Recherchen dazu, ist die dunkle Nacht der Seele keine Depression, obwohl sie ähnliche Symptome haben kann. Eine Depression ist meist schleichend, begleitet von körperlichen Beschwerden und einer anhaltenden Traurigkeit. Die dunkle Nacht dagegen kommt oft plötzlich - wie ein Schalter, der umgelegt wird.
Symptome
- Zusammenbruch der eigenen Realtität in Bezug auf den Sinn des Lebens
- ein tiefes Gefühl der Bedeutungslosigkeit
- Hoffnungslosigkeit und das Gefühl des Verlorenseins
- nichts macht mehr Sinn
- Verständnislosigkeit in Bezug auf das Leben, Arbeit, Beziehungen etc.
- es ist nichts mehr wichtig und alles verliert an Bedeutung
Was kann die Dunkle Nacht der Seele auslösen?
Ausgelöst kann die dunkle Nacht durch äußere Umstände werden, wie z. B.:
- der Tod von jemand Nahestehenden
- Verlust des Arbeitsplatzes
- Beendigung einer langjährigen Beziehung
- gesundheitliche Probleme
- das Leben, wie Du es Dir aufgebaut und vorgestellt hast, kollabiert
Weiterhin kann sie ausgelöst werden, wenn etwas passiert, das Du Dir nicht erklären kannst. Eine Katastrophe, die den Sinn, den Dein Leben vorher hatte, für ungültig zu erklären scheint.
Meine persönliche Reise durch die zwei Phasen der dunklen Nacht der Seele
Phase 1: Die dunkle Nacht der Sinne
Am 1. Januar 2021 wachte ich auf und alles war anders. Auslöser war vermutlich das "Pandemie"-Jahr davor. Ich war zutiefst erschüttert, was Menschen aus der Angst heraus einander antun, wie Familien, Freundschaften und Beziehungen zu Bruch gingen und wie alte Menschen alleine in Isolation und ohne Zuwendung sterben mussten.
Ich stellte mir plötzlich die Frage: Wofür ist das alles gut? Was mache ich hier auf dieser Welt überhaupt?
Alle Verbundenheit zu mir Selbst, zum Universum und zu meinem Umfeld konnte ich nicht mehr spüren. Ich fühlte mich alleingelassen, leer und hilflos.
Von einem Tag auf den anderen konnte ich nicht mehr aufstehen, nicht mehr arbeiten, nicht mehr kochen. Ich lag wie gelähmt auf dem Sofa oder auf dem Badezimmerboden. Mein Mann musste mich manchmal ins Bett tragen. Jede Zuwendung von außen war mir zuwider. Ich fühlte mich abgetrennt von mir selbst, von anderen und nicht in diese Welt gehörig.
Was half? Zunächst nichts. Ich ließ es geschehen und irgendwann akzeptierte ich, dass dieser Zusammenbruch einen Sinn hat.
Phase 2: Die dunkle Nacht des Geistes
Dann kam der unsägliche Herzschmerz. Ein tiefes Gefühl eines Verlustes von etwas zu tiefst Geliebtem. Heimweh nach einem Ort, den ich nicht kannte und doch in Meditationen und Träumen immer wieder sah. Ich betete darum, nicht mehr aufwachen zu müssen. Ich wollte mich auflösen und an meinem geliebten Ort voller Liebe und Freiheit sein.
Es folgten intensive Reinkarnationserlebnisse. Ich reiste durch vergangene Leben, löste alte Verbindungen, Glaubenssätze und Verletzungen auf. Ich begegnete meinen tiefsten Ängsten, auch der Angst vor dem Tod. Und ich durfte sie loslassen.
Nach vielen Monaten der Dunkelheit geschah etwas Wunderbares. Die Transformation setzte ein. All das "Muss" löste sich auf. Ich spürte, dass es nicht um Leistung geht, sondern ums SEIN. Ich wurde wiedergeboren als Maria, die ihre Bestimmung klarer denn je erkennt. Als Maria Die Stimme.
Was mir half und was Dir jetzt helfen kann
Rückblickend waren es vor allem drei Dinge, die mich durch diese Zeit trugen:
- Loslassen: nicht kämpfen, nicht analysieren, sondern einfach zulassen
- Neugierde: ich folgte meinem Impuls und fing an, Chinesisch zu lernen, beschäftigte mich mit chinesischer Musik und begann wieder zu singen. Das gab mir neue Freude und brachte mir Heilung
- Sanfte Verbindung: ich erlaubte mir, kleine Schritte zu gehen, ohne Druck. Ich löste alte Verbindungen und Glaubenssätze auf in meinem Tempo und mit meinen Methoden
Heute weiß ich: Die dunkle Nacht der Seele ist nichts Schlimmes oder ein Fluch, sondern eine große Chance. Sie räumt auf, was nicht mehr zu Dir gehört und bringt Dich zu Dir selbst.
Durch diese Erfahrungen bin ich weiter eingetaucht in uralte Weisheitslehren wie den Weg des Dao, Chinesische Teezeremonien, Qi Gong und TCM. Dies alles dient meinem weiteren spirituellen Wachstum und meiner Berufung.
Und was, wenn Du jetzt mitten drin steckst?
Ich sage Dir: Verzage nicht. Etwas Wunderbares wartet auf Dich. Aber Du musst diesen Weg nicht allein gehen.
Ob Du nun in einer Krise steckst, nach Klarheit suchst oder Dich nach mehr Sinn und Energie in Deinem Leben sehnst, ich verstehe Dich und begleite Dich.
Ich schenke Dir 20 Minuten Zeit für Deine dringendste Frage und ein erstes Stück Klarheit.
Ich freue mich auf Dich und unseren gemeinsamen Weg, wie er auch immer aussehen mag.




